Vorderbremse überhitzt - Hebel fällt durch - Erfahrungen

  • Servus


    Heute ist mir bei der Abfahrt vom Hahntennjoch komplett die Vorderradbremse ausgefallen. Ich bin vom Pass die Westrampe runter, zweitaktmäßig ohne viel Motobremse, aber trotzdem "zügig".


    Nach ca. 4 Kilometern war auf einmal der Druckpunkt weg bzw. schon fast ganz am Lenker. Zum Glück war meine Geschwindigkeit für die nächste Kurve OK. Ich hab dann nochmal am Hebel gezogen: Ging bis auf "Anschlag" ohne merklich Bremswirkung. Ca. 1 km später hab ich angehalten. Die Bremse war dicht aber die Zange sehr heiß. Das konnte man schon mit Abstand über die Strahlungswärme fühlen. Zumindest beim Schieben war die Bremse frei und das Rad ließ sich drehen. Auch oben vor Abfahrt war Schieben ohne Widerstand möglich.


    Denn Rest der Strecke bin ich dann mit der Hinterradbremse + "Motorbremse" runter. Unten war die Bremszange wieder kalt, immer noch frei und hat auch wieder funktioniert. Eine Überhitzung wegen festgehangener Kolben würd ich mal ausschließen.


    Jetzt bleiben für mich noch zwei Möglichkeiten: Bremsflüssigkeit zu alt oder generell eine "unterdimensionierte" Bremse für ambitionierte Passabfahrten?


    Die Flüssigkeit habe ich genau vor einem Jahr wechseln lassen. Ob sie aber an sich schon älter ist und ob es überhaupt DOT 4 ist werde ich wohl beim Mechaniker meines Vertrauens nachfragen müssen. Ansonsten fahre ich die original Bremspumpe, Bremszange und Bremsscheibe (goldener Innenteil). Die Leitung ist Stahlflex und die Beläge TRW/Lucas MCB572SRQ.


    Hier gibt's ja einige Rennstreckenfahrer und bestimmt auch flotte Landstraßen-Fahrer: Was sind eure Erfahrungen mit der Vorderbremse? Liegt's womöglich "nur" an der Flüssigkeit? Besser gleich DOT5.1? Oder ist die Bremse einfach im Serienzustand für solche Belastungen nicht geeignet?


    Ich würde gerne was sinnvolles an der Bremse machen um wieder etwas Vertrauen, auch bei höherer Belastung zu haben. Möchte mir gar nicht ausdenken wie das vor einer engeren Kurve ausgegangen wäre.


    P.S.: ich wiege ca. 75kg, das sollte die Bremse nicht an den Rand des Wahnsinns bringen :nuts:


    Danke und VG

    "Heute ist die gute alte Zeit von morgen", Karl Valentin

  • Ich fahre auf meiner auch die originale Zange mit Stahlflexleitung und auch diese Beläge die du drauf hast.

    Fahre damit aber nur Renntrainings und da fährt man eigentlich nur so 15-20 min. Bisher hab ich noch nix gemerkt von wegen Druckpunkt lässt nach.

    Aber bei viel Bergabfahrten und vollem Bremseinsatz kann es schon gut sein das die Anlage dafür etwas unterdimensioniert ist.

    Ich suche ja auch noch eine andere Zange für meine, und die der 250er RS soll ja passen, aber wohl die vom alten Modell.

  • Deine Bremsflüssigkeit hat gekocht

    Die Bremsflüssigkeit einmal jährlich

    wechseln sollte reichen, um das zu verhindern.

    Aber dann immer frische nehmen.

    Ich fahre auch Einscheibenanlagen.

    Nehme nur Castrol SRF.

    Wichtig beim wechseln, die Bremskolben vorher ganz zurückdrücken und fixieren, damit keine alte Flüssigkeit im Sattel bleibt.


    Gruß

    Stulle

  • Aber dann immer frische nehmen.

    Gutes Thema. Ich denk mir auch immer, was das mit den 1 Liter Flaschen soll, wenn man 1 x im Jahr die Brühe wechselt und nur 1 oder 2 Moppeds hat. Dann steht die Flasche Ewigkeiten in der Werkstatt und zieht fleißig Wasser...


    Unsere kleinsten Gebinde sind 250ml - hast du kleinere?

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  • Das Datum der Öffnung der Dose schreibe ich mit dem Eddiibg drauf, nach einem Jahr wird sie entsorgt.


    Eine große Werkstattgemeinschaft hilft bei der 1 Literdose.

    Larmoyant

  • nur 1 oder 2 Moppeds hat

    Einfache Abhilfe: mehr Moppeds kaufen!


    Ist es tatsächlich so, dass die BF durch rumstehen im gut verschlossenen Behälter Wasser bindet? Würde es evtl. helfen den Schraubdeckel extra z.B. mit Teflonband abzudichten?

    Gruß,

    Georg


    Fahrt so schnell ihr könnt, so lange ihr noch könnt!

    (Uli Peil im XJ-Forum)

  • Die zieht ja auch im "geschlossenen" Bremssystem Wasser. Ob der Plastikdeckel der Buddel besser dichtet als dein AGB?

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  • Ich hatte es bisher so verstanden, dass Feuchtigkeit durch Pumpbewegungen an den Dichtungen von HBZ und RBZ eintritt. Man findet im Netz zwar auch Aussagen, dass die Feuchtigkeit sogar durch die (alten, porösen) Gummileitungen angezogen würde, aber mit Stahlflexleitungen sollte das wohl nicht mehr der Fall sein.

    Gruß,

    Georg


    Fahrt so schnell ihr könnt, so lange ihr noch könnt!

    (Uli Peil im XJ-Forum)

  • Wenn dem so wäre, müsste die Bremsflüssigkeit bei Standuhren ja noch super sein, oder? :relieved_face:

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  • Bremsflüssigkeit zieht durch jegliches Material Wasser.

    Auch Stahflexleitungen bestehen aus Gummi, sind eben nur mit einem Stahlgewebe ummantelt um das ausdehnen des Gummischlauchs zu verhindern.


    Je nach Anwendung sollte ein Wechselintervall von 1-2 Jahren reichen. Wenn man die Bremse natürlich immer am Limit bewegt eher innerhalb von einem Jahr.