Nochmal zur Einbaurichtung, weil ich da auch schon öfter drüber nachgedacht habe.
Auf der Ölseite (=Getrieberaum) sollte der Druck doch nahezu konstant und ca. der Umgebungsdruck sein.
Auf der Kurbelwellenseite gibt's aber nach meinem Verständnis einen stark schwankenden Druck.
"Unterdruck" beim ansaugen und "Überdruck" beim vorverdichten und überströmen.
Ich frag mich schon lange ob ein einziger "Standard"-Wellendichtring alle diese Zustände überhaupt vernünftig abdichten kann?
Angenommen man baut den Ring mit der Federseite zur Kurbelwelle ein. Dann hat man einerseits die dynamische Ölpumpwirkung richtung Kurbelraum.
Beim ansaugen hat man doch dann zusätzlich noch das Druckgefälle, das die Dichtlippe von der Welle abheben will und damit noch mehr Tendenz zum Ölverbrauch. Beim vorverdichten und überstromen wird dafür die Dichtlippe an die Welle gepresst und ist gut dicht, sprich kein Verlust in der Vorverdichtung und damit gute Füllung im Zylinder.
Wenn der Dichtring mit der Feder zum Getriebe hin eingebaut wird hat man die dynamische Pumpwirkung richtung Ölraum. Beim ansaugen wird die Dichtlippe auch gut an die Welle gepresst. Also gut für die Öldichtheit.
Aber wird dann nicht beim vorverdichten die Dichtlippe tendenziell von der Welle abgehoben? Sprich schlechtere Vorverdichtung und Gemischeintrag ins Getriebeöl? Und damit evtl. Leistungseinbußen wegen geringerer Gemischmenge und Kompression im Zylinder?
Oder dichtet die "Staubschutzlippe" so gut gegen den Kurbelgehäuse-Überdruck ab, dass kein Überblasen ins Getriebe stattfindet?
Oder sind diese Druckschwankungen im Kurbelraum evtl. sogar so schnell, dass der Wellendichtring dagegen viel zu träge ist und die Druckschwankungen eine geringere Rolle spielt als ich mir das vorstelle?
Freue mich auf Eure Meinungen 
VG