Zündaussetzer und Ausfall von Licht bei hohen Drehzahlen

  • Grüße,


    Wer kennt es nicht, die Session geht los, man holt das Moped aus dem Winterschlaf, kontrolliert noch einmal alles, will los fahren und das gute Motorrad begrüßt einen mit Problemen.


    Und zwar hatte ich bei meiner Probefahrt heute ein seltsames Problem, bei hohen Drehzahlen ist auf einmal das Licht + Instrumenteneinheit ausgefallen, das ließ sich auch beliebig oft replizieren. Nach ein paar Sekunden und veringerter Drehzahl ging das Licht wieder an. Nach einem Wackelkontakt hat sich das ganze nicht angefühlt, da sonstige Vibration von der Straße das Problem nicht verursachten. Zusätzlich zu dem genannten Problem hatte ich denke ich auch einen Zündaussetzer, auf einmal war die Leistung weg und im nächsten Augenblick schlagartig wieder da.


    Für mich klingt das alles sehr nach Polrad und Zündspule, aber mir erklärt sich leider noch nicht warum dann das Licht aus ging? Vor allem weil keine Sicherung gekommen ist...


    Kann sich das einer von euch erklären?


    Ich muss noch dazu sagen das ich den Rotax 123 mit der SEM zündung habe.

  • Nach einigen Stunden Kopfzerbrechen bin ich auf eine etwas wilde Theorie gekommen:

    Da bei hohen Drehzahlen scheinbar die komplette Spannungsversorgung zusammenbricht, könnte es sein, dass der Gleichrichter durch die höhere Spannung der Lichtmaschine bei hohen Drehzahlen einen Kurzschluss gegen Masse verursacht?


    Der Regler sitzt ja vor den Sicherungen, weshalb diese in dem Fall auch nicht auslösen würden.

    Das würde zumindest erklären, warum bei hohen Drehzahlen die Leistung komplett weg ist, die Auslasssteuerung würde dadurch ebenfalls ausfallen. Alternativ könnte es auch sein, dass der Zündfunke ausgeblasen wird.

    Macht es eurer Meinung nach Sinn, auf Verdacht einen neuen Gleichrichter zu bestellen?

    Und gibt es eine Möglichkeit zu prüfen, ob der Zündfunke tatsächlich ausgeblasen wird? Leider habe ich da bisher keine Erfahrung, wie man das testen könnte.

    Wichtig ist vielleicht noch: Das gesamte Phänomen lässt sich auch im Stand reproduzieren, wenn man den Motor hochdreht.

  • Zündung und 12V Elektrik sind bei der SEM Zündung 2 Paar Schuhe. Die sogenannte AC cdi arbeitet unabhängig vom 12V System.


    Ich vermute ein bzw. mehrere Kontaktprobleme in deiner Elektrik die Gemeinsamen nenner beider Probleme sind Zündschloss und Masse aber ich glaube hier an verschiedene Probleme.


    Ich empfehle dringendst eine echte Fehlersuche statt auf verdacht Teile zu tauschen. Die Teilesituation ist gerade angespannt und es gibt viel neuen Müll der nicht oder nur sehr kurz funktioniert.


    Zu erst die AC Spannung bei 3.000 rpm und abgezogenem Regler hinten am Stecker zum Regler messen (die beiden gelben Kabel) die sollte so um die 50V haben. Dann den AC Kurzschlussstrom messen (Messgerät muss 20A abkönnen und auf Wechselstrom gestellt werden) der müsste glaube so im bereich um die 12A liegen.


    Dann Regler anstecken und die Ladespannung direkt an der Batterie messen, sofern eine Nass, Vrla, Gel oder AGM Batterie und keine Lithium Batterie verbaut ist.


    Immer bei 3.000 rpm einmal ohne Licht und einmal mit Licht.


    Die Ladespannung sollte zwischen 13,8 und 14,6 Volt liegen. Bei den alten Reglern können auch mal 14,8V rauskommen (in dem Fall würde ich lieber eine Nass oder AGM Batterie fahren).


    Passt das Ladesystem, den Strom weiter über die Sicherungen und Steckkontakte verfolgen. Korrodierte Steckplätze im Sicherungskasten sind bei der RS häufig verantwortlich für Elektrik Probleme.


    Zum Zündproblem:


    Mal probehalber den Orangenen Abstellkontakt der CDI trennen tritt das Zünd Problem weiter auf gibt es einen Masse, cdi oder Isolations- Fehler, ist das Problem verschwunden geht's weiter in Richtung Zündschloss

    Nur was knattert und stinkt, mir Freude bringt :biggrin:

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  • Der Tipp mit dem Zündschloss ist gut, aber das kann es nicht sein. Ich hatte dort in der Vergangenheit schon Probleme gehabt, das habe ich damit gelöst, indem ich es komplett abgesteckt habe und einen extra Schalter an die Kontakte zum zuschalten der Spannung gelötet habe. Sollte also keine Probleme machen.


    Das Orangene Kabel der Zündung hatte ich heute früh schon einmal getrennt. Bei meiner Probefahrt hatte ich auch keine Zündaussetzer, allerdings ist es zu früh das als Ursache fest zu machen. Die Zündaussetzer waren in der Vergangenheit echt selten. Ich werde das über eine längere Zeit mal getrennt lassen, ist halt nur nervig das Moped dann aus zu bekommen 😅.


    Ich mache mich morgen mal daran Lima und Gleichrichter zu überprüfen, und gebe Bescheid wenn ich die Werte habe. Danke für die Tipps!

  • So ich wollte nochmal ein Update zu meinem Problem geben. Also die Ursache für den Ausfall der Elektronik bei hohen Drehzahlen war tatsächlich ein Kontakt Problem. Ich habe ja anstatt des Zündschlosses, einen Schalter eingebaut. Trotz das dieser für Fahrzeuge geeignet war hat er sich anscheinend tot gerüttelt. Bei hohen Drehzahlen muss er genau in so einer ungünstigen frequenz vibriert haben, das er den Kontakt zur Hauptelektronik verloren hat. Ich habe dann mein altes Zündschloss repariert, indem ich an die verschlissen Schleifringkontakte etwas Lötzinn angebracht habe 😆.

    Leider ist das keine Lösung für immer, hat jemand eine bessere Idee das zu Reparieren? Ein neues Ersatz Zündschloss zu kaufen finde ich etwas Verschwendung wenn ich nur das Kontaktelement brauche.


    Zusätzlich habe ich durch die ganzen Probefahrten in hohen Drehzahlen gemerkt, das mein Maschinchen nur bis 11000 dreht, danach fällt die Leistung rapide ab, sie verschluckt oder stottert aber nicht. Vielleicht hab ich das falsch im Gedächtnis, aber ich meine früher ging da mehr 😅


    Ich hab erst neulich meinen Zylinder neu beschichten lassen und fahre einen Meteor Kolben. Das Polrad musste ich bei der Motorüberholung wechseln, weil es kaputt war. Die Zündung hab ich laut Werkstatthandbuch auf 1,84mm vor ot eingestellt. Probiert habe ich mich jetzt durch verschiedene HDs (155-160) allerdings konnte ich nie über 11000 drehen. Mein EGT zeigt bei 11000 ungefähr 520 C mit der 160er HD.


    Kann mir vielleicht jemand sagen ob das normal ist, oder ob ich eigentlich noch über 11000 Leistung haben müsste?


    Ich habe sowieso das Gefühl, seitdem ich nicht mehr den Original Asso Kolben fahren, fehlt dem Motorrad etwas Dampf.

  • Meine GS macht auch über 11000 deutlich zu. Mit Serienkrümmer. Auch die Leistungsmessungen von Motorrad/PS zeigen einen Drehmomentabfall über 11000:

    26587-leistung-gs-alle-gif



    Scheint wohl im Serienzustand normal zu sein, dass über 11000 das Drehmoment "einbricht". Evtl. wäre hier eine höhere Abgastemperatur sogar hilfreich weil dann die "Resonanzgeschwindigkeit" im Krümmer steigt und damit besser zu höheren Drehzahlen passt.



    VG

    "Heute ist die gute alte Zeit von morgen", Karl Valentin

  • Da sind wir beim Thema neuer Müll der nur kurz funktioniert. So wie mit deinem Zubehörschalter verhält es sich leider zur zeit auch mit vielen Ersatzteilen die über diverse Plattformen vertrieben werden.


    Zum Zylinder,

    Jetzt mal eine Funktionierende Auslasssteuerung vorausgesetzt (lässt sich ja einfach testen, in dem man den Magneten mal auf daueroffen fixiert und rum fährt).

    Es gibt bezüglich Steuerzeiten deutliche Streuungen unter den instandgesetzten Zylindern im Tauschkreislauf, das resultiert auch in deutlichen Leistungsstreuungen. Gut möglich das dein alter Zylinder mehr Vorauslass hatte und damit am selben Auspuff drehfreudiger war.


    Wenn sie Leistungsmäßig immer flockig ihre 11.000 im 6. bringt, dann ist meiner Meinung nach alles in Ordnung.


    Meteor Kolben sind eigentlich Top. Die Jagd nach Asso Restbeständen ist meiner Meinung nach obsolet.

    Nur was knattert und stinkt, mir Freude bringt :biggrin:

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