NS400R - massive STart- undLaufprobleme

  • Guten Morgen die Runde,


    vielleicht zuerst: Ich habe bei Motortalk schonmal ein Thema aufgemacht. Möglicherweise hat da ja jemand schon mitgelesen. Ich habe viele Ideen erhalten, aber nichts hat mich wirklich voran gebracht.

    NS 400R - Sie will einfach nicht laufen
    Es geht um meine NS400R. Ich bekomme sie einfach nicht ans stabile laufen. Hauptprobleme ist das Startverhalten. Bei warmen Wetter und genug Ausdauer und…
    www.motor-talk.de


    Geschichte:

    ich besitze die Honda seit ca. 15 Jahren.

    KM Stand: 60000, BJ: 1986


    Von den 15 Jahren fuhr Sie vielleicht 1 Jahr, dann hatte ich einen Getriebeschaden. Den habe ich behoben und die Honda lief dann auch wieder. Ich habe Sie dann nicht wieder angemeldet aufgrund von Wohnortwechsel, 2 x Kinder, .... dasübliche :)

    Dann habe ich es immer mal wieder (halbherzig) versucht, aber nie den Zustand herstellen können, dass die Honda anstandslos anspringt und läuft. Ich habe mich dabei eher auf Vergaser und Luftfilter konzentriert. Anfang des Jahres habe ich mir vorgenommen nochmal einen Versuch zu starten, mit mehr Zeit und tiefgehender.


    Problem:

    Sie startet sehr widerwillig. Auf allen drei Töpfen, wobei der mittlere (2) zuletzt am freudigsten war.

    Der Start ist ein kurzzeitiges Vergnügen. Sie dreht nach mehrmaligem Treten mit Choke kurz hoch auf ca. 6000 U/min und geht dann aus.

    Gas nimmt Sie nicht an.

    Nach mehrmaligen Versuchen nimmt Sie vielleicht auch mal Gas an, aber nur über 4000 U/min, geht dann aber doch aus.

    Einmal dreht Sie so krass hoch, dass SIe gar nicht ausgehen wollte (Selbstzündung) . Kurz Panik und irgendwie konnte ich sie dann doch ausgehen lassen.

    Ich habe mehrere Sachen probiert, das Grundproblem bleibt.

    Grundsätzlich lief Sie ja mal und seitdem sind keine 100 km vergangen. Darum habe ich die Hoffnung das keine großen Defekte an Kurbelwelle oder Kolben/Zylinder vorliegen. Das kann ich aber nicht ausschliessen.


    Was habe ich bisher gemacht:

    Ich arbeite gemäß Werkstatthandbuch

    Im Grunde vermute ich ein Problem in der Gemischzusammensetzung.

    - Zündkerzen und Stecker neu, Widerstände der Spulen gemessen, Funken optisch geprüft - alles soweit ok.

    - Vergaser gereinigt im Ultraschallbad mit Heizung und speziellem Reiniger. Mit Druckluft durchgepustet. Es ist die Originalbedüsung verbaut. Die Geometrien der Nadeln, Düsen miteinander verglichen, jedoch nicht richtig vermessen, da ich die Geometrien wie Lochdurchmesser, etc... nicht weiss. Gestern habe ich beim Ablassen des Benzins aus den Vergasern festgestellt, dass der Füllstand im mittleren leicht anders ist. Ich habe das Benzin aufgefangen und dann in das Schwimmerreservoir wieder eingefüllt. Der Unterschied lag bei ca. 1,5mm.

    Das prüfe ich nochmal etwas genauer. Beim Einstellen habe ich alle drei Schwimmer gleich eingestellt, nach Handbuch.

    - Luftfilter neu (Unterschiedliche Varianten, Malossi, Louis, Nachfertigung aus England)

    - Bremsenreiniger Test: Wenn sie mal lief Bremsenreiniger auf die Ansauggummis gesprüht. Das hatte keinen Einfluss.

    - Bremsenreiniger in den Luftfilter. Das hat Einfluss. Der Motor dreht hoch, bis das Gas verbraucht ist. Ich habe nur wenig reingesprüht und nicht oft.

    - Die Ansauggummis zwischen Lufi und Vergaser habe ich mit Schrumpfschlauch bezogen um Undichtigkeiten auszuschliessen.

    - Kompression gemessen im kalten Zustand mit Vergaser drauf und offenen Schiebern und normalem Treten. Bei allen Zylindern ca. 8 bar.

    - Luft auf den Ansaugtrakt gegeben (Ohne Vergaser am Flansch zu den Membranen). Kolben auf OT. Die Luft kommt aus dem Kerzenloch wieder raus. An allen drei Zylindern. Ich habe den Kopf von Zylinder 2 abgenommen und versucht das sichtbar zu machen. Ich verlinke das Video dazu. Die eine Undichtigkeit ist genau dort, wo der Kolbenring getrennt ist.

    - Zylinder 2: Kopf, Zylinder und Kolben demontiert. Es gibt keine Verkokungen. Laufflächen sehen gut aus. zum Vermessen fehlt mir das richtige Werkzeug. Am Abgasflansch war Öl zu sehen. Fotos habe ich verlinkt.

    - In dem Zuge habe ich die KW gedreht und mal auf Beschädigungen geprüft. Natürlich nur was man sehen kann durch das Zylinderloch. Es gibt leichte Spuren von Korrosion. (Bild verlinkt)


    Fragen:

    - wo seht Ihr das Hauptproblem?

    - welche Daten muss ich konkret an der Vergaserbedüsung nachmessen?

    - Wie stelle ich den korrekten Schwimmerstand ein? Wie muss der Schwimmer dabei stehen? (Ich habe gemessen, das die Nase vom Schwimmer am Nadelventil anliegt, nicht eindrückt.

    - wo finde ich den Code (A/B/C) von Zylinder und Kolben? Ich konnte nichts entdecken.

    - ist die Undichtigkeit am Kolben bei Luftzufuhr normal?

    - kann ich irgendwie die KW bzw. Abdichtung pürfen ohne den Motor zu öffnen? Kann es ein, das durch den Stillstand die KW / ABdichtung Schaden genommen hat? Davor lief sie ja... :frowning_face:

    - sonstige Ideen?

    - ist jemand aus dem Berliner Raum und kann sich das Drama mal vor Ort anschauen?


    Hier ein Link für die Fotos und das Video:. Hoffe das funktioniert.

    Honda
    Shared with Dropbox
    www.dropbox.com


    Ich bin echt gefrustet und manchmal kurz davor das Teil in die Havel zu schieben. Darum ein zweiter Versuch über dieses Forum. Ich fahr jetzt erstmal in dem fahrenden Mopped in den Harz. Viel Zeit zum drüber nachdenken. :)


    Beste Grüße und Danke an Alle


    GG

  • Kurbelwelle

    Die Dichtungen zwischen den Zylinder pfeiffen durch, der Motor schiebt sich das Gas zwischen den Zylindern hin und her.

    Bei höheren Drehzahlen läuft der Motor noch, weil die Gase nicht schnell genug durchkommen, bei Standgas biste chancenlos.


    Könntest du überprüfen.

    Auspuff abschrauben und den Flansch mit einer Platte verschliessen und im Einlass einen Stopfen rein mit einem Luftventil und dann sachte das Kurbelgehäuse abdrücken. Wrnn es den Druck nicht hält sind die Wellendichtringe undicht.

    So haben wir das im Honda Cup geprüft.

    Das ist eine bekannte Honda Krankheit, weil Honda im Gegensatz zur Konkurrenz keine Labyrinthdichtung, sondern Simmerringe verwendet.

    Einmal editiert, zuletzt von marconi ()

  • Hi. Danke für den Input.

    Ich habe schon geahnt, dass die KW wohl der Grund ist, wollte es nur nicht wahrhaben.

    Dann werde ich das mit dem Abdrücken probieren.

    Die Undichtigkeit von dem Kolben/Zylinder ist OK so? Ich denke mal 100% dicht ist das nicht.


    Beste Grüße

    GG

  • Ich hatte bei der NS 400 auch schon mal das Problem, dass sie über eine Fußdichtung Falschlift zog.

    Larmoyant

  • Undichtigkeit Kolben/Zylinder ?

    Wo soll denn da der Druck hin verschwinden, du hast geschrieben, die Kopressionsprüfung war ok.

    Dann hält die Kopfdichtung und natürlich muss die Zündkerze drin sein.

    Klar, wenn wie Peter schreibt eine Fussdichtung undicht ist, wird es da durchblasen.

    Ansonsten, wenn der Auspuffflansch dicht verschlossen ist kann der Druck sich nur über die Gehäuseabdichtung an den KW Lagern verflüchtigen.

    Pass aber auf, wenn du mit einem Kompressor Druck gibst, nicht dass du zu schnell und zuviel Druck gibst und es dir dadurch die Dichtungen rausdrückt.

    Ein bisschen Druck reicht ja um zu sehen ob es den hält.

    Wir haben das immer mit einer Handpumpe gemacht.


    Ich meine aber, du kannst dir diese Prüfung sparen, weil das Schadenbild wie du es beschreibst, ist für mich eindeutig und mit 60'000 km kommst eh nicht um eine KW Revision rum.


    Bitte gern geschehen

    Grüessli Roli

  • Moin.

    Das mit der Fußdichtung werde ich in dem Zuge versuchen zu prüfen.

    Kann mir noch jemand sagen wo ich den Code von Kolben / Zylinder finde? Nach 60000km wird das ja nicht der erste sein. Im Handbuch steht für den Kolben "auf dem Kolbenboden" für den Zylinder steht da nichts.


    Cheers

    GG

  • Zum Thema Kurbelwelle:

    Ja wahrscheinlich komm ich nicht drumherum. Kommt der Schaden durch die lange Standzeit? Verspröden die Ringe?

    Weiss jemand wie viel Druck sich bei der Vorkompression im Kurbelgehäuse aufbaut? Viel kann das ja nicht sein, denk ich.

    Der Kompessionstest.mit den 8bar war insoweit OK, dass alle Zylinder gleich waren. Der Wert an sich sollte laut Handbuch eher bei 11-12 liegen. Allerdings mit warmen Motor bei idealen Testbedingungen.


    Zum Drucktest der KW: Das mach ich' erstmal für jeden Zylinderstrang einzeln,.oder? Es riecht auf jeden Fall nicht nach Benzingemisch auf Seine Lichtmaschine oder aus dem Getriebeölstopfen.


    Dank euch für die Tips.


    Cheers

    GG

  • der Gummi kann verspröden, kann aber auch mal bei hohen Drehzahlen und geschlossenen Schiebern, trocken und heissgelaufen sein.


    Die Messung machst du bei allen drei Kurbelgehäusen

    Aber wie schon geschrieben, es braucht nicht viel Druck und schön langsam auffüllen


    Ich glaub auch nicht, dass es die Gase Lichtmaschinen seitig oder beim Primärtrieb rausdrückt, dann würde er da Nebenluft ziehen.

    Der Motor schiebt sich die Gase von einem Kurbelgehäuse zum anderen und zurück. Wenn das eine Gehäuse vorverdichtet, zieht das Gehäuse daneben dann Unterdruck. Dadurch saugt er weniger Frischgas an, im Kopfraum weniger Gas, weniger Verdichtung, kein Leerlauf.

    So ein Motor startet sehr unwillig und ist nur mit Drehzahlen am Laufen zu halten.

    Wenn du damit fahren würdest, bemerkst auch den Leistungsverlust.

    3 Mal editiert, zuletzt von marconi ()

  • Ich hab hier nochmal ein Video verlinkt, auf dem Sie läuft. Das war mit Abstand der beste Versuch.

    Wie schon geschrieben, immer höhere Drehzahlen. Und immer die Angst im Nacken das wieder Selbstzündung passiert. Passt das mit dem KW Schadenbild?

    Ist denn das Selbstzündverhalten auch damit zu erklären? Ich dachte das wäre her mit zu viel Frischluft als Falschluft zu erklären...

    https://mega.nz/file/zKoTyIjJ#8y5X0cCJRLaMmDBeQTEY8qpTBLVdpMqbypZv1dvOAYE

  • vielleicht zieht er ja Frischluft irgentwo.

    Selbstzündung habe ich erst einmal erlebt an einer RD350.

    Da war ein Spahn von der Kopfdichtung im Brennraum, der geglüht hat.

    Wegen Falschluft und zu mageren Gemisch kann ich mir Selbstzündung nicht erklären.

    Selbstzündung kann ich mir auch nicht über eine zu geringe Zylinderfüllung erklären, durch undichte Wellendichtringe.


    Aber bitte, ich bin auch nicht allwissend.

    Dir bleibt doch gar nichts anderes übrig als den Motor auszubauen und zu revidieren.

    Da braucht es keine ewige Diskussion und die Ursache wird dann zum Vorschein kommen.


    Das Teil aiszubauen und zerlegen ist ja kein Hexenwerk.

    Eher die Ersatzteile zu bekommen und Jemand finden, der die Welle neu presst.


    Ich kann dir da von Thailand aus auch nicht mehr helfen, bin zu lange weg.