Beiträge von RSler
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Hallo,
ich habe (mal wieder) eher zufällig einen etwas kuriosen Zylinder erworben. Nach einem komplett unbeschrifteten Blanko-Zylinder ist es diesmal ein ziemlich scharf gemachter (Pseudo-)SP-Zylinder. Obwohl der Zylinder die deutliche Kennzeichnung 220L trägt, hat er zugleich die Teilenummer 223618 vom Standard Zylinder. Der SP Zylinder sollte eigentlich die Teilenummer 223615 als Basiszylinder bzw. 8106365 als Renn-Version tragen ... sollte! Der verbaute Brennraumdeckel war ein Standardteil, Teilenummer 223389, augenscheinlich unbearbeitet. Auch der Rest des Motors war soweit Serie... Getrenntmischung, E-Starter (kein Kick), Straßen-Schaltschema (1er Gang nach unten).
Der Zylinder wurde anständig scharf gemacht, riesiger Boostport und deutlich vergrößerte Einlass, Überstömer und Nebenauslässe ... alle Übergänge, auch die größenteils nicht fotografierten, sind messerscharf angeschliffen. Das wurde alles wirklich anständig gemacht! Die Kopfebene ist um 1mm kürzer (Original SP = 0,5mm kürzer), was für eine heftige Verdichtung/Kompression sorgen dürfte.
Ich habe sowas noch nicht gesehen, tippe aber auf Werksbearbeitung oder einen anständigen Motorenbauer. Daheim auf der Werkbank entsteht so etwas eher nicht mit dieser Präzision.
Der Zylinder trägt diverse Kennzeichnungen, die teilweise auf den Bildern zu sehen sind. Dazu gehören "L 3 L", "G.3 T.1", "99" und "A52114". Die Kennzeichen sind teilweise eingedremelt, eingeschlagen oder "genagelt".. so mit vielen kleinen Punkten.
Der Kolben ist ein 2-Ring Asso (53,98mm) und sieht erstmal aus, als wäre er nicht lange gelaufen. Dennoch könnte man denken, es hätte sich ein Nagetier daran vergangen. Die tiefen Marken sind womöglich Detonationsspuren, lange wäre das wohl nicht mehr gut gegangen ... obwohl der Zylinder selbst noch wirklich gut aussieht.Ich wäre für etwas Input zu dem Zylinder dankbar, insbesondere von den Racern hier: Was ist das für nen komischer Hybride? Wer macht solche Bearbeitungen und was könnten die Kennzeichnungen bedeuten? Wie viel Leistung dürfte damit machbar sein, mit 34er VHSB und Jolly? Wie viele KM kann man damit auf der Straße fahren, bevor es knallt bzw. nen neuer Kolben fällig ist? Was ist sowas wert, falls ich mich davon trennen wollte?
Der SP-Zylinder ist immer der Linke!
MfG und besten Dank, RSler
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2 kurze Fragen: Wurde die 97er RS in Silver/Grey Original mit einem Tankpad ausgeliefert? Oder konnte man ein Originales bei Aprilia im Zubehör kaufen? Falls ja, gibt es das noch und wie sah es aus? Möchte ein Tankpad besorgen und lege Wert auf Originalität oder zumindest authentischen Look.
Ich möchte zudem eine Seitenverkleidung lackieren und bräuchte dazu den Farbcode von dem 97er Silbergrau. Aprilia hät sich da bedeckt, es ist irgendwie ein mattes Silber (kein Metallic). Hat da schonmal jemand experimentiert?Danke und mfG
P.S. Was soll der Quatsch mit dem Ü in Aprilia?
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Ich weiß, der Thread ist ne Leiche, dennoch will ich noch ein paar Infos hinzufügen, damit der nächste Wissbegierige nicht extra nachfragen braucht.
Habe 2 Zylinder verglichen und dokumentiert, den Gilardoni 1 (rechts) und den Gilardoni 2 (links). Beide Zylinder stammen vom Rotax 122, beide haben die Teilenummer 223618 und sind die Standardausführung 220H. Ich vermute ebenfalls, dass die italienische Gießerei Gilardoni schlichtweg 2 Gussformen für die Herstellung eines Zylinder-Typs verwendet hat. Entgegen der hier getätigen Aussagen gibt es aber geringfügige Unterschiede, welche die Funktion allerdings nicht beeinflussen (siehe Bilder).
Wer weitere Unterschiede gefunden hat oder weitere Infos hat, immer her damit.
MfG
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Ich hatte bisher auch gedacht, dass nach dem Honen eines "glatten" Zylinders ein Kolben mit 1-2/100mm Übermaß eingesetzt werden muss. Nicht unbedingt, da beim Honen nennenswert Material abgetragen wird, sondern weil der Materialabtrag schon zuvor beim "glattfahren" im Rahmen des normalen Verschleißes stattfand. Daher gibts die Kolben ja in 1/100mm Schritten gestaffelt. Würde nach dem Beschichten immer auf das gleiche Nennmaß geschliffen werden und sonst nie Material "verloren gehen", bräuchte man sonst nur eine Kolbengröße.
Was den Verschleiß angeht, sind die Unterschiede zwischen einem 30PS Straßenmotor und z.B. einem 125er Kartmotor mit 40PS (xx Betriebsstunden) sicher gewaltig. Aber auch beim Straßenmotor kann sicher nochmal abgestuft werden. Beheizte Garage, besonnenens Warmfahren, keine Kurz- oder Rennstreckenfahrten, gutes Zweitaktöl und gut eingestellte Ölpumpe, usw. können sicher auch längere Laufzeiten ergeben ... wie auch ein gedrosselter Motor wahrscheinlich länger läuft, als ein offener bei gleicher Behandlung.
Wie dem auch sei, ich habe meinen Kolben (53,98 ) im unteren Drittel quer zum Kolbenbolzen im Schnitt mit 53,93 gemessen. Zwischen 53,91 und 53,95 war alles dabei. Knapp unterhalb der Kolbenringe ist der Durchmesser bis auf 53,80 zurückgegangen.
Das Kippspiel (b) des Pleuels habe ich ebenfalls gemessen und konnte unterhalb des noch montierten Kolbens ca. 0,4mm Kippung zu jeder Seite feststellen können, also noch unter 1mm insgesamt. Im Bereich des obenen Pleuellagers könnten es insg. ca. 1mm sein. Höhenspiel (a) war nicht feststellbar.Ich baue das Motörchen jetzt wieder zusammen und fahre damit noch das eine oder andere Jahr und zwar mit 30PS offen aber mit Herz, Verstand und einem breiten Grinsen :-)
MfG, RSler
P.S. Bevor ich es vergesse: Wie sieht es mit der Dicke der Zylinderfußdichtung aus? Gibts da ne Regel oder ist des ne Glaubensfrage, wie so oft? Ich nehm sonst die mittlere (0,5mm).
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Besten Dank für die weiteren Tips! Ich stehe auf die alten Zweitakt-Raketen, fahre sie mittlerweile aber nur noch aus Nostalgie (2 stk., vll. jeweils 500km/Jahr) und schraube sonst am Groben herum und schaue sie mir im Wohnzimmer als Deko an.
Dementsprechend habe ich mangels Erfahrung gewisse Berührungsängste und würde z.B. nie auf die Idee kommen, einen Zylinder selbst mit dem Akkuschrauber zu Honen :-) Ich wüsste auch nicht, wo der Rotax 122 am Auslass einen Mittelsteg haben könnte. Und ich habe Bedenken. den Kolben zum Vermessen auszubauen. Muss man die Kolbenstange dazu nicht mit recht viel Kraft heraustreiben/herausschlagen, mit starken Querkräften aufs Pleuel und das Pleuellager? Und den Sicherungsring... einfach mit nem Schraubenzieher raushebeln und dann wiederverwenden?
Ich habe zwar das Rep.-Handbuch für den Rotax, allerdings war Motorentechnik nie so richtig mein Ding :cry: Andererseits legt der Winter ja gerade erst richtig los ... vielleicht lerne ich ja noch was.
Also, kann mir jemand nahelegen, wie ich den Kolben möglichst Pleuellager-schonend ausbauen kann um ihn vermessen zu lassen? Oder stehen Aufwand und Risiko dafür in keinem Verhältnis zu der angestrebten (...eher spärlichen) geplanten Nutzung?Danke und mfG, RSler
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Ich danke euch schonnmal. Ich hab das Stoßspiel knapp unterhalb des OT gemessen und beide Kolbenringe liegen zwischen 0,2mm und 0,25mm. Da die Ringe auch sonst gut aussehen, werde ich den Motor so noch etwas fahren und nächsten Winter mal vermessen lassen.
Gibts eine gute, günstige und schnelle Adresse für Anfragen wie Vermessen, Honen, Kolben(Ringe) usw.? Von früher kenn ich noch Geiwiz, die sind heut aber viel weniger spezialisiert. Und Weber ist sicherlich gut jedoch auch eher hochpreisig.
Auch und noch eine Frage: Welche Zylinderfußdichtung bevorzugt ihr und warum (0,3mm, 0,5mm, 0,8mm)?Danke und mfG

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Ach ja, weil Bilder ja mehr sagen als 1000 Worte, hier noch ein paar Anschauungsstücke:



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Hallo,
ich richte gerade einen 04er Rotax 122 mit 13tkm her. Eigentlich sieht alles noch ganz frisch aus, den Zylinder hab ich grad runter, auf der Lauffläche ist der Kreuzschliff noch gut erkennbar. Gerade im hellen Licht sind auch vertikale Laufspuren des Kolbens zu sehen, jedoch lassen sich diese mit dem Fingernagel nicht fühlen. Auf dem originalen (ersten) Asso Kolben befinden sich umseitig ebenfalls keine nennenswerten Macken, oben befinden sich allerdings auslassseitig harte Verkokungen.
Nun die Frage: Würdet ihr den Zylinder nach 13tkm bei der Gelegenheit einfach mal vorsorglich Honen lassen und einen neuen Übermaßkolben verbauen? Das käme rund 150 EUR + Versand. Oder lieber die Verkokungen am Kolben vorsichtig abschleifen, noch bestimmt einige tausend KM weiterfahren und dann ggf. im nächsten oder übernächsten Winter Honen lassen?
Gibt es deutliche Kennzeichen oder Merkmale die aussagen, ob ein Zylinder jetzt langsam mal fällig ist? Ich hab versucht, den Zylinder mit dem Messschieber zu vermessen, das taugt aber wohl nix weil ich Werte <Kolbenmaß gemessen habe. Spielt eine Messung der Kompression eine Rolle für die Beurteilung?Bin für Tips dankbar, mfG












