ZitatAlles anzeigenOriginal von JCN
Moin!
Dennoch:
- Eine unstete Drehmomentkurve ergibt sich unfreiwillig der Suche von Maximalleistung durch große Kanäle, scharfe Steuerzeiten und Resonanzabstimmung. Durch den offenen Gaswechsel ist beim Zweitakter da noch mehr zu holen als beim 4T und dann auch die Drehmomentkurve ausgeprägter.
- Zweitaktfeeling ist nicht nur der bissige Drehmomentverlauf. Da spielen auch Bremsmoment und Gasannahme eine große Rolle
- Ein "scharfer" Zweitakter zeichnet sich nicht (nur) durch einen Drehmomentsprung, sondern durch eine Drehmomentkurve aus welche bis zur maximalen Leistung stetig ansteigt und dann (zwangsläufig) abfällt. Drehzahlen für Mmax und Pmax fallen hier fast zusammen.
- Auf der Strecke (und erst recht auf der Strasse) ist so eine Charakteristik immer nachteilig. Ein Motor mit einem breiten Drehzahlband fährt sich immer schneller/effektiver, oft auch obwohl die reine Spitzenleistung geringer ist. Warum sonst sollte man mit Auslasssteuerung fahren? Und immer wieder die "Fahrbarkeit" optimieren?
Es ist doch naheliegend dass ein Naked Bike mit so einer Charakteristik Quatsch ist. Da wo die Power was bringt (Autobahn) fährt man eh nicht (lange) so schnell und im Winkelwerk stört es nur. Und ein "Zweitaktsimulator" wird das Ding auch mit dem Sprung nicht, weil das mit dem Sprung bei 7k eben nur einer von vielen Bausteinen ist. Meine olle FZR600 ging auch bis 6000 gar nicht und ab 7000 auf einmal kräftig los, es läge mir aber fern das Ding mit einem Zweitakter zu vergleichen
Zweitakter sind nunmal in Summe was ganz besonderes
Mit Wort-zum-Sonntag-Gruß, J-C
Wo soll es "JCNs_"Vergleichszweitakter" geben? Die RG 500 stemmt in einem bestimmten Drehzahlbereich innerhalb von 1.000 U./min. rd. 26 NM, die FZ1N ebenfalls in einem Bereich von 1.000 U./min. 25 Nm. Beide ziehen danach linear ohne Loch hoch, die RG 500 bis ca. 10.000 U./min., die FZ1N aber noch weiter bis 12.000 U./min. Nach diesen Bereichen fällt bei beiden Modellen die Leistung ab. Beide beginnen mit der "Stufe" bei ca. 7.000 U./min.
Wer es nicht glaubt, dem sende ich die Drehmomentdiagramme aus den Fachzeitschriften "Motorrad" etc.
Woran liegt das? Es gibt überhaupt keinen typischen "Zweitaktkick" bzw, eine typische "Zweitaktcharakteristik". Es handelt sich vielmehr um eine bestimmte Abstimmung für Hochleistungsmotoren, mit dem Ziel größtmöglichster Leistungsausbeute.
Will heißen: Alles, was wir mit einem Zweitaktmotor erleben, ist auch bei einem vergleichsweise abgestimmten Viertaktmotor möglich, mit Ausnahme des für Zweitakter typischen, mangelnden Motorbremsmomentes.