Qualitätsstufen von Nadellagern (speziell fürs untere Pleuellager)

  • Das untere Pleuellager meines Motors hat sich ja aufgelöst und dadurch im Motor weitere Schäden mit sich gezogen.


    Klar, irgendwann gibt jedes Lager mal den Geist auf, bei mir war das eben nach 24tkm Strasse der Fall...


    Aber muss man immer nur die "Standart-Lager" nehmen, die bei einem "Pleuelreparaturkit" (Hubzapfen, Pleuel, Nadellager) dabei sind?


    Es wäre doch viel sinnvoller, ein Nadellager höherer Qualität zu verbauen, damit die Haltbarkeit der KW grösser ist...


    Ich hab' mich leider noch nicht so sonderlich viel mit Nadellagern beschäftigt.
    Gibt es denn generell unterschiedliche Qualitätsstuden (auch in den Dimensionen, die "wir" brauchen) ?


    Im Rollerbereich ist es ja Gang und Gäbe, dass man 2 unterschiedliche Qualitätssufen hat.


    Welche Nadellager sind denn die Besten (gibt es einen "besten" Hersteller, oder sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Hersellern nur marginal)?


    Wer kann mir da einen heissen Tipp geben?
    Ich würde nämlich gerne etwas länger Freude mit meiner KW haben :) .

    4 Takte sind 2 Takte zu viel

  • Hallo!


    Sicherlich gibt es Qualitätsunterschiede, die man auch sicher in der Haltbarkeit merkt.


    Jedoch sind die gängigen Pleuelreperatursätze, so auch die, die ich benutze, grundsätzlich mit einem äußerst hochwertigen Silberkäfiglager ausgestattet.


    Das untere Pleuellager hat aber auch den Vorteil, dass es besser gekühlt wird als das obere, jedoch den Nachteil, dass es wesentlich mehr Belastung standhalten muss.


    Grundsätzlich ist 24 tkm ein Mittelwert bei der aprilia, wo so ein Lager kaputt gehen kann.


    Die Haltbarkeit des Lagers ist aber viel mehr noch von der gefahrenen Ölmenge, der Kühlung und der durchschnittlichen Drehzahl abhängig.


    So wird ein auf 80kmh gedrosselter Motor wohl nie eine neue Kurbelwelle brauchen.
    Bester Rekord waren in meiner Kundschaft allerdings im offenen Zustand rund 46tkm mit der ersten KW.


    Die Drehzahl macht die Lager kaputt.
    Bist du mit 13t UPM unterwegs ist das noch nicht all zu schlimm, kommst du aber in den Bereich um die 14t UPM, so ist das Wechseln des Pleuellagers eher die Regel als die Ausnahme.
    Im Rennbetrieb hält so eine Kurbelwelle je nach Zustand und Schmierung, Temperatur, Drehzahl, Kolben usw. im Schnitt zwischen 1000 und 4000km.


    Gutes Beispiel sind die WM Motoren der aprilias. Da wird mal schnell nach 1500km die Welle gewechselt. Neue Welle kostet auch mal so um die 3500 euro.


    Heißt also: Die äußeren Umstände und der Einsatzbereich des Motors sind wesentlich entscheidender für die Haltbarkeit des Lagers als die Qualität.
    Du wirst bei gängigen Pleuelkits von Marken wie Alfaerre, Prox oder Carillo keine schlechten Lager finden.
    Zu dem stammen die meisten Lager sogar aus den gleichen Häusern, egal ob FAG, SKF, NKE usw.
    Wer hoch dreht hat hohen Lagerverschleiß, dass lässt sich leider nicht so schnell ändern.

    ich kompensiere Appetit durch Leichtbau :aha:

  • Gute Erklärung.


    Mal eine Frage von mir noch dazu:


    Was macht die Silberkäfige so besonders??


    Liegt es daran, dass das Öl besser daran haften bleibt, oder das die Silberkäfige einfach stabiler sind?
    Kann man irgendwo solchen Lagerkäfige auch einzeln bestellen?


    Danke

    If you ain't slidin', you ain't ridin'!

  • Nixkann,


    es gibt im INA- Kataloge Seiten für Nadelkränze für Plauellagerungen.
    Für Kurbelzapfen KZK, für Kolbenbolzenlagerung KBK.
    Diese Bezeichnungen sind aus einem älteren Katalog!


    Ich nehme aber auch an, dass SKF-Katalog solche Lager aufgeführt sind.


    Mit Silberkäfig sollten bei einem Kugellager-Händler angefragt werden.


    Auszug aus Katalog:
    Käfige in Standardausführung sind phosphatiert. Bei besonderen Anforderungen sind ..... speziell oberflächenbehandelte (z. B. verkupferte oder versilbert) und eigens für Höchstleistungsmaschinen entwickelte Nadelkränze in Sonderausführung lieferbar.


    Über die Haltbarkeit des Pleuellagers in Abhängigkeit zur Drehzahl habe ich hier im Forum vor einiger Zeit schon geschrieben.
    Bei unserer Junior-Cup Aprilia haben wir pro Saison 2 Kurbelwellen gebraucht, d. h., es waren jeweils nach höchstens 1.000 bis 1.200 km die Pleuellager entweder braun oder fest.
    Drehzahlen 13.000 bis 14.000 waren dabei die Regel!
    Gemisch 1:30 mit entweder MOTUl oder Elf HTX, wie es auch in den PR vorgeschrieben ist!


    Racepa

  • Dass der Lagerverschleiss bei höheren Drehzahlen unproportional zunimmt, wusste ich schon vorher...
    Hab' das ja auch schon in früheren Threads gelesen, dass bei euch, Racepa die Lager so schnell hin waren...
    Und die Wechselintervalle bei PR's sind ja generell so niedrig angesetzt...



    Ok, das heisst dann im Klartext:
    Es gibt nicht mehr viel Möglichkeiten mit besseren Lagern.


    Gibt es den überhaupt eine (sinnvolle) Verbesserungsmöglichkeit?
    Lohnt es sich denn, ein noch besseres Lager zu kaufen?


    Wer viel Dreht hat eben hohen Verschleiss, wer dabei schlechtes Öl benutzt, noch viel mehr... (ist ja klar)

    4 Takte sind 2 Takte zu viel