MotoGP ohne Werksteams?

  • Dem Inhaltsverzeichnis des GW Evangeliums ist zu entnehmen, dass die drei verbliebenen Werksteams mit Rückzug aus der MotoGP drohen, sollte die Dorna mit ihren Abrüstungsplänen Ernst machen:


    http://www.speedweek.de/downloads/20127_inhalt.jpg


    Das grenzt zwar an Erpressung, wäre aber in der Konsequenz gar nicht so schlecht, oder?

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  • ne ohne geht's nicht. es sollte einfach in den höchsten klassen des motorsport keine regularien geben die die entwicklung der technik einbremsen. auch wenn es teuer ist und nicht jeder da mitgehen kann.

    öhm signatur  :woozy_face:

  • Naja, momentan ist es ja so, dass durch die Erfüllung der Vorgaben der Werke, die Sache in der MotoGP unbezahlbar wurde und die 250er durch einen Cup mit Einheitsmotoren ersetzt wurde. Letzteres ist einer WM unwürdig, Ersteres wurde u. a. von Kenny senior lange vor der Umsetzung prophezeit.


    Insgesamt erinnert mich das Vorgehen der Werke - wenn es denn so ist, wie dem o. a. Inhaltsverzeichnis zu entnehem - an's richtige Leben. Auch hier schreiben letztlich die Konzerne (Werke) den Staaten (Dorna) die Gesetze (Reglement) vor.


    Im Übrigen hoffe ich sehr auf die Entwicklung der Prototypen EM. Wäre gut, wenn sie mittelfristig das aktuelle Kasperletheater als WM ablösen würde.

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  • Zitat

    Original von kawanova
    Im Übrigen hoffe ich sehr auf die Entwicklung der Prototypen EM. Wäre gut, wenn sie mittelfristig das aktuelle Kasperletheater als WM ablösen würde.


    das Zuschaueraufkommen wird entscheiden wer überlebt
    diese neue Serie oder die WM :winking_face:


    Grundsätzlich denke ich auch wenn die Werke denken sie können Motorräder auch ohne WM-Auftritt verkaufen, dann sollen sie mal für eine Zeit zuhause bleiben! Wäre zwar schade aber, wie die Vergangenheit lehrt ist es schon immer ein kommen und gehen.
    Eine WM-Klasse die grade mal knapp ein Dutzend Teams wettbewerbsfähig mit ach und krach finanzieren können ist Mist, selbst wenn da die besten Fahrer vertreten sind.


    Die Werke brauchen die WM auch immer weniger als Entwicklungsebene für die Serie, da gibts ja inzw. andere Möglichkeiten und der Supersport-Bereich ist ja sowieso nichtmehr der profitable Markt!

    !! EGAL ob 2 oder 4 Takte, Hauptsache RACING !!

  • Kawa,


    ich wollte eigentlich schreiben: Früher..........!


    Aber das lass ich mal!


    Aber trotzdem, wenn ich mich richtig erinnere, war es Ende der 50er, Anfang der 60er schon mal soweit!


    Gilera, Guzzi und MV Agusta haben sich wegen der Kosten für ihre Werksrennställe seinerzeit aus dem Rennsport zurückgezogen, weil der Motorradmarkt zusammenbrach!


    Wobei MV mit schmalem Budget bis Mitte der 60er sehr erfogreich weitergemacht hat!


    Aber die WM ging nicht unter, denn die Privatfahrer haben die Chance genutzt und sind weiterhin WM gefahren!


    Zwischen den Einzylinder Privatfahrer-Nortons und den MV war eine riesige Leistungskluft, aber die Fahrer und Zuschauer waren Realisten und haben weitergemacht.


    In Deutschland gab es als Szene-Blatt nur die Zeiztschrift "Das Motorrad" und die haben auch am Hungertuch genagt!


    Es gab in der Zeitschrift mal einen Aufruf, dass die Auflage auf ca. 30.000 gesunken sei und wenn sich dies nicht schnell ändere, mit einer Einstellung zu rechnen sei!


    Der Anzeigenmarkt tendierte gegen Null, Motorräder, neu oder gebraucht, bekam man praktisch hinterher geschmissen!


    Bei den Japanern hat es 2010 einen kräftigen Einbruch gegeben, zumindest bei den Super Bikes, denn BMW hat aus dem Stand 2010 fast soviele Super Bikes verkauft wie Honda, Suzuki und Kawasaki zusammen!!!


    Dass die Kameraden aus Asien dann mal leicht nervös werden und bzgl. ihrer "Aushängeschilder" MotoGP schon fast panisch reagieren, ist verständlich!


    Ich bin der Meinung, dass die WM weitergehen würde, wenn die Werke sich zurückziehen und über eine Reglementsänderung eine Freigabe für Material (modifiziertes Serien-"Glump") und Fahrer mit I-Lizenz ohne großes Team erfolgen würde.


    Die Zuschauer wollen sich m. E. mit den Fahrern identifizieren (sieht man bei allem Misserfolg bei Rossi!) und ihnen ist egal, was der gerade fährt!


    Wenn man sieht, was für ein Aufwand im Umfeld (Hospitality usw.) betrieben wird!


    Racepa

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  • Ich denke auch, dass der Sport die Werke nicht unbedingt bräuchte. Schon gar nicht, wenn sie die technischen Bestimmungen vorgeben. Ein kleiner Blick über den Tellerrand (zu den Vierrädern - Beispiel DRM) zeigt, dass es bisher fast jedesmal schief ging, wenn die Hersteller zu viel Einfluss auf die Gestaltung der Reglements hatten.


    Und ja, der Blick zurück ist sicher manchmal gar nicht so verkehrt. Man nennt das gemeinhin "Aus der Gechichte lernen". Leider übersteigt das die Auffassungsgabe mancher Zeitgenossen - und das betrifft bei Weitem nicht nur so eine Nebensächlichkeit wie Motorradrennen. :loudly_crying_face:

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  • Ich sehe es wie Hans,


    die technische Entwicklung für normale Motorräder braucht keinen Rennsport mehr als Versuchs- Strecke.


    Der Rennsport ist doch längst zu einer eigenen Industrie geworden. War früher vielleicht noch der Sender, der eine Serie übertrug, Geldgeber für die Daseinsvorsorge z. B. eines Fahrers oder eines Veranstalters, wenn auch indirekt, oder einer Sportveranstaltung: Heute ist da doch etwas anders.


    Über die Zuschauer- relevanten Übertragungen haben sich doch längst Konzerne gesetzt, die vom ehemaligen Rechteinhaber, den Sportförderationen, die Verwertungsrechte erworben haben. Wie auch immer. Nun ist nicht mehr der Fahrer oder der Rennstrecken- Betreiber im Mittelpunkt des Interesses: Die wirtschaftlichen Interessen des Vermarkters bestimmen, was läuft. Auch der Motorsport ist, wie der Fußball, Bestand der internationalen Werbe und Unterhaltungs- Industrie geworden. Erst die Formel 1 und nun auch die Motorrad-WM.


    Unter diesen Voraussetzungen sollte man auch die Veränderungen der letzten Jahre in den Motorsportklassen sehen. Gemacht wird, was dem Vermarkter dient. Nur in manchen Fällen läuft er mal bei bestimmten Leuten vor die Pumpe, aber Fahrer, Veranstalter und Fans gehören nicht dazu, allenfalls haben die Motorrad- Hersteller noch was zu sagen.


    Zu sagen haben die Kommentatoren bei solchen Übertragungen: Nämlich was in den jeweiligen "Media- Guides" der Vermarkter steht. Ich habe davon erfahren, als ich mal auf einer längeren Fahrt im Auto im Deutschlandfunk eine Diskussion gehört habe: "Pressefreiheit in der Sportberichterstattung". Dazu gab es vergangenes Jahr eine Konferenz, aus gegebenem Anlass.


    Das Fazit war, das nur die Kommentatoren langfristig "überleben", die sich auch an den Media- Guide halten, also die gewünschten Terminologien verwenden und auch die bevorzugte Meinung vertreten. Sonst wird einem bald empfohlen, nach einer anderen Arbeit zu suchen... :D Nicht zufällig wurde das Moto- GP Rennen nach seiner Einführung immer als "Hauptrennen" angekündigt... Woche für Woche :aha:


    Der ganze Zirkus muss Fernseh- gerecht zubereitet werden. Für Leute, die keine Ahnung haben und nur mal schnell "Rennen sehen" wollen. Was darum passiert ist wurscht.


    Also: Rennsport für D...., Hauptsache, es sind viel.


    In Kenntnis dieser Dinge werde ich mir mal wieder das eine oder andere Rennen ansehen, ist ja auch toll, immer noch.


    Grüße!

  • Das kann man durchaus so stehen lassen. Zu bedenken wäre vielleicht noch, dass die Dorna der CVC, also einer private equiti gehört. Teile solcher Finanzkonstrukte wurden in der Vergangenheit schon des Öfteren liquidiert, einfach um Mittel freizusetzen. Den share value holdern ist's mit Sicherheit reichlich egal, was ggf. mit den paar Hanseln passiert, die dort in Lohn und Brot stehen, sobald die Rechnung ergibt, dass es rentabler wäre das Ding zu verhökern oder zu zerschlagen. Kurz gesagt: Sobald sich das nicht mehr rechnet, kann nach den Regeln der schönen neuen Finazwelt, von heute auf morgen Schabbes sein.

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  • Ein guter Beitrag, mal schnell zusammen gefasst (für alle verständlich):


    Die Fahrer sind die Nutten; der Rechtinhaber die den den Puff bereitstellt; die Teams die die die Zimmer anmieten und die Schrauber die die frischen Handtücher bereitlegen und die Betten neu herrichten...


    Könnte passen, oder?


    Für mich alles Kindergarten und Geldvernichtung, gab es allerdings auch schon im alten Rom, allerdings war damals der Eintritt kostenlos.


    wolf: Haste aufgerüstet; in Deinem Profil ist ja nun mächtig Leistung vorhanden... :D


  • :daumenhoch
    es gibt doch heute im übertragenen sinne immer mehr solcher sachen, bei denen die große masse, vielleicht auch mit recht, für dumm verkauft wird und nicht mehr die sache selbst wirklich im blick steht, zumindest nicht im blick der verantwortlichen.
    aber wie du schon sagst, hauptsache profit und davon viel, wie ist egal.

    Einmal editiert, zuletzt von moe589 ()