@ Racepa: Ortspunkt alle 10 m auslesen? wenn du jetzt alle 10 cm meinst, dann mag das reichen zur Fzg. Geschwindigkeitsfeststellung, aber alle 10 m ist eindeutig viel zu viel!
@ Kurvenparker:
Gierrate brauche ich, theoretisch, nur für ESP, also Querdynamik. Die Beschleunigungssensoren an den Radträgern bzw am Dom benötigt man primär nicht zur SChlupfregelung. Hierraus kann man sich Zusatzinformationen über die Radlast oder die Aufbaubewegung holen.
Wir sollten auf jeden Fall nicht ABS und Traktionskontrolle durcheinander schmeißen. Wie schon oben geschrieben ist immer ein Vergleich der Beschleunigungen des Fzg und der Raddrehzahl möglich. Hierraus lässt sich eine Information über "Schlupf wird höher" oder "Schlupf wird niedriger" ziehen. Aber um Informationen über die Geschwindigkeit zu bekommen, muss ich diese Beschleunigungen integrieren. (dv/dt=a). Dann benötige ich eine Integrationskonstante, die sich aus der aktuellen Geschwindigkeit des Fzg berechnen lässt. Diese aktuelle Geschwindigkeit habe ich aber nicht! (nur die Raddrehzahlgeschwindigkeit habe ich...)
"Rantasten" heisst Raddrehzahlgeschwindigkeit und Veränderung des Momentes am Rad vergleichen und auf Fallunterscheidung eine Erhöhung bzw. Verringerung des Radmomentes (Antrieb oder Bremse) zu realisieren. Im Fall bremsen Druckauf oder -abbau. Dies ist nicht exakt, aber "sensibel", ein solches System kann sich also selbst den Punkt der maximal möglichen Kraftübertragung am Reifen suchen. Den wollen wir ja haben, da mit der maximalen Kraft auch die maximale Beschleunigung möglich ist.
Nochmal: ich unterscheide zwischen einem "sensiblem" (=fühlendem, rantastendem System) und einem Exaktem, welches schwierig zu realisieren ist, da die absolute Fzg-Geschwindigkeit nicht gemessen werden kann (ausser mit optischen Sensoren durch abtasung der Straßenoberfläche...)
Wie auch immer, natürlich sieht das ganze in der Praxis etwas anders aus, insbesondere wenn die Querdynamik, also Kurvenfahrten, hinzu kommen. Und Kapitel Motorraddynamik ist noch eine Ecke komplexer.
Ein Rennfahrer als "Regler" im Fahrzeug ist in vielen Punkte, immer noch besser als ein Rechner. Der "Bobbes" (für alle Nicht-Hessen: der Arsch) ist eben immerdoch der beste Sensor. Allerdings braucht man hier viel Erfahrung.
Nürburgring, Traktionskontrolle uaf Rennstrecke:
Ohne TR kann ich ein Fzg im kontrollierten Drift schneller um die Ecke schmeißen.
Mir ist auch klar, das eine Schlupfregelung im Motorsport in vielen Bereichen nicht erwünscht ist. Man stelle sich einen Ralley-Wagen vor, der nichtrutschend durch eine Haarnadelkurve fährt...
Ich könnte mir schon vorstellen, dass im Rennsport Systeme verwendet werden, die eingeschränkt arbeiten. Z.B. wie oben gesagt nur bis 30 kmh oder sehr gedämpft und in speziellen Fällen, zb nur in speziellen Kurvenausgängen.
Anyway, ich würde mir kein SuMo oder Ralley oder was weiss ich rennen angucken ohne Drifts und Spass machen tut es wahrscheinlich auch nicht...
Tschö