Beiträge von Stefan Bigalke

    Vielleicht noch ein Tip. Ich weiß ja nicht, wieviel Erfahrung ihr habt?


    Es ist superwichtig, Vinylhandschuhe (oder Latex) in größeren Mengen zu haben. Die sollten angezogen werden, bevor die erste Harzflasche geöffnet wird. Das Zeug ist erstens ungesund und zweitens legt sich das Gewebe besser ins Harz, wenn man es auch mit den Händen ziehen und drücken kann. Deshalb taugen auch die dicken Haushaltshandschuhe nix - da hat man kein Gefühl drin. Ohne diese Handschuhe kann man nicht arbeiten!
    Ich erinnere mich, dass ich schon am Sonntagmorgen in der Notapotheke solche Handschuhe und Spritzen gekauft habe. Bin selten so geringschätzig von einer Medikamentenschubse behandelt worden :winking_face:


    Gruß, Stefan Bigalke

    So, ich habe jetzt den Artikel vorliegen. Es sind 19 A4 Seiten. Ich überfliege den artikel mal für Euch:
    Erstmal wird der Motor und die Auspuffgeometrie vorgestellt. Ist ein RD350LC.
    dann wird eine Tabelle mit getesteten Membranenzungen gezeigt. Es werden fünf unterschiedliche getestet:
    1. 0,2er Stahl, zur Klemmung schmaler werdend
    2. 0,46er Glasfaser, zur Klemmung schmaler werdend
    3. 0,46 Kohlefaser, zur Klemmung schmaler werdend
    4. 0,46er Glasfaser
    5. 0,46 Kohlefaser


    (Keine Ahnung, wie die original aussehen - meine Erfahrungen mit RDs beschränken sich auf RD100, RD125 und RD400. Powervalve kenne ich nur von meiner YZ)
    Dann wird der Versuchsaufbau beschrieben: Der Motor läuft so auf einem Prüfstand, dass durch ein Fenster die Membrane und gleichzeitig eine Gradscheibe auf der Kurbelwelle gefilmt werden. Echt tricky...
    Ein bisschen Theorie über Biegebalken... die ersten Diagramme... zeitquerschnitt über Drehzahl... Liefergrad über Drehzahl... Zeitquerschnitt über Drehzahl bei Halblast...Kohle(5.)kommt am Besten weg... Nur kleine Unterschiede


    Dann folgen etwa zehn Seiten Diagramme, bei denen jeweils für eine Drehzahl (4770 oder 5430 oder 6330 oder 7350 oder 8150 oder 8750 oder 9150 oder 9500 U/min - mehr geht wohl nicht :winking_face: )
    folgende Diagramme dargestellt werden:
    X-Achse - Grad Kurbelwinkel von 0 bis 360
    Y- Achse - Druck im Kurbelgehäuse, Druck vor der Membran, tatsächlicher Membranweg, rechnerischer Membranweg.


    Erwartet jetzt bitte nicht, dass ich das alles beschreibe...


    Wenn jemand aber besonders großes Interesse hat, kann er mir ja eine PN schicken.


    Gruß, Stefan Bigalke

    >Was hat denn der gute 'Tony' dabei herausgefunden?


    Hi Pepsi,


    er hat das Öffnungsverhalten bei verschiedenen Drehzahlbereichen und unterschiedlichen Membranmaterialien ermittelt.


    Die Berechnung von Zeitquerschnitten in Abhängigkeit der Membransteifigkeit ist mir aber nach wie vor schleierhaft.
    Das Sonderbarste: Bei der RGV liegt die Resonanzschwingung der Membran in dem Bereich, in dem man ständig fährt! Ist das egal? Dämpft das Gas die Membran so stark, dass man Eigenschwingverhalten ignorieren kann?


    Wenn ich nur genau wüsste, welche Eigenschaften Membrane idealerweise haben sollen! Dann könnte ich mir solche Membrane bauen!


    Gruß, Stefan Bigalke

    Hi Mädels,
    kennt Ihr den Forschungsbericht, bei dem Blair unterschiedliche Membrane an einem YPVS-Motor getestet hat? Wenn ich mich richtig erinnere, hat er eine tranparente Scheibe seitlich auf das Membrangehäuse gesetzt und die Membranbewegung mit einer Hochgeschwindigkeitskamera gefilmt, um die Öffnungszeiten zu bestimmen.


    Gruß, Stefan Bigalke

    > Grundierwachs = Trennmittel ? Richtig ?


    ja, aber es gibt auch Trennmittel ohne Wachs. Welche Trennmittel man anwendet ist ein bisschen eine Glaubensfrage. Bis vor einiger Zeit habe ich immer erst eine Wachsdispersion aufgepinselt und poliert und dann ein wasserlösliches Trennmittel mit einem feinporigen Schwamm aufgetragen. In letzter Zeit poliere ich nur noch ein festeres Wachs (wie Schuhcreme) in die Form. Am besten mehrere Male. Die Form muss glänzen wie eine Speckschwarte :winking_face:


    > Welchen Sinn hat das Gelcoat ? Macht doch nur Sinn, wenn man auf Sicht laminiert
    > um dann eine schöne/stabilie Deckschicht zu erhalten, oder ?


    Zwei Hauptfunktionen:


    - Erhöhung der Kratzfestigkeit und Strapazierfähigkeit der Oberfläche (deshalb auch für die Herstellung haltbarer Form wichtig)
    - Wenn man einfach normales Harz in die Form pinseln und auf das Anhärten warten würde, dann würde das dünnflüssige Harz doch wegfließen. Gelcoat ist gelartig und bleibt dort kleben, wo man es in die Form hinpinselt.


    Bei sehr einfachen Teile (z.B. mein Verkleidungshalter) kann man drauf verzichten


    Gruß, Stefan Bigalke

    >Habe ich das richtig verstanden. Du verstärkst mit Müllbeuteln ?


    Nein! Die trennen nur das Abreißgewebe vom Saugvlies, damit man das trennen kann.
    Vergiß den Kram, Dir geht es mehr um Optik.


    >Kann ich eine Schicht Carbon auf Sicht laminieren und dann auf der Seite wo man es nicht sieht mit Glasfasergewebe verstärken um mehr Stabilität zu erreichen ?


    Ja, klar. Solche Faketeile kann man dann von innen schwarz lackieren, damit es nicht auffällt.
    Man kann übrigens auch schwarz einfärbte Glasfaser kaufen. Ist billiger und verarbeitet sich besser als Kohle. Hat der M3 BMW, glaube ich, auf der Rückseite der Rücksitzbank.


    Gruß, Stefan Bigalke


    P.S. Wenn Ihr Interesse habt, mal meinen vorderen Halter zu sehen... ich kann ihn leider gerade nicht veröffentlichen. Wenn ihn hier jemand reinstellen möchte, kann ich ein Bild zumailen.

    Hi CWAF,
    einfache ebene Teile - da kann man eventuell doch auf Gelcoat verzichten, weil das zeug ja mangels Hangabtriebskraft nicht wegläuft.


    280er Kohle per Handlaminat = 0,45 mm Schichtdicke pro Gewebeschicht (bei 35% Faseranteil)
    Entscheide selbst, wie dick die Teile sein sollen. Ich habe schon Verkleidungsteile aus nur einer Lage und Randverstärkungen gebaut.


    Bei ebenen Teilen solltest Du immer das Laminat zwischen zwei Platten pressen. Dann ist eine Schicht dann nur noch 0,25 bis 0,3 dick und viel stabiler.
    Kürzlich habe ich mir einen vorderen Verkleidungshalter zwischen Lenkkopflagergehäuse und vorderer Verkleidungsspitze laminiert ( ca. 130 gr), der so stabil geworden ist, dass ich das Motorrad zum Gabelwechsel dranhängen kann. Das waren vier Schichten 280er Kohle.


    Gruß, Stefan Bigalke

    Hi Christian,
    die Verstelung von Verkleidungsteilen im Handlaminatverfahren geht etwa folgendermaßen:


    1. Die Negativform mit Formwachs polieren und ggf. zusätzlich Trennmittel auftragen.
    2. Gelcoat (=Formharz), am Besten eingefärbt, aufpinseln. (Das Zeug ist dickflüssiger als normales Harz)
    3. Die erste Gewebeschicht auflegen und andrücken. Die erste "Kontaktschicht" muss möglichst gut verformbar (=drapierbar) sein. Glas ist besser als Kohle, Köper besser als Leinwand, 200er besser als 400er.
    Also: 400er Kohle in Leinwand ist nur für ebene Flächen geeignet
    4. Harz auftragen, bis das Gewebe durchtränkt ist.
    5. Die nächste Gewebeschicht auflegen und andrücken.
    6. Harz auftragen, bis das Gewebe durchtränkt ist.
    7. Die nächste Gewebeschicht auflegen und andrücken.
    8. Harz auftragen, bis das Gewebe durchtränkt ist.
    so, das reicht, sonst wird es zu schwer. Jetzt aushärten lassen. Wer es besonders gut machen will, kann noch mit Vakuum nachhelfen um überschüssiges Harz rauszusaugen:
    9. Abreißgewebe auflegen
    10.Lochfolie (baue ich mir immer aus Müllsäcken, die ich mit Nadeln durchsteche)auflegen
    11. Saugvlies (irgendwelche Lumpen) auflegen
    12. Die komplette Form in einen kräftigen Plastiksack stecken und den dann evakuieren.
    13. Aushärten lassen.


    An Deinen Fragen sehe ich, dass es Dir statt aus Festigkeit auf gutes Aussehen ankommt. Also noch ein paar Tips zur Vermeidung von Blasen:
    1. Gelcoat oder Harz so rühren, dass möglichst wenig Luft in das Harz gemischt wird.
    2. Gelcoat oder Harz hinterher zentrifugieren, damit Bläßchen aussteigen. Dazu folgendes Werkzeug herstellen: Eine Konservenblechdose mit einer Henkelschnur (ca. 1 m lang) versehen. Mischgefäß nach dem Mischen dort reinstellen und kräftig schleudern.
    3. Die Kontaktschicht wird ja erst aufgelegt, wenn der Gelcoat schon halb hart ist. Es ist dann gut, darauf erst einmal Harz zu pinseln.


    Auf Gelcoat würde ich nicht verzichten, da Du sonst die Gewebestruktur an der Oberfläche fühlen kannst. Wenn Du nicht auf Sicht arbeitest, kannst Du auch normales Harz andicken (wird trübe)und als Gelcoat verwenden.


    So sollte es klappen!


    Gruß, Stefan Bigalke, dem jetzt ein Autoklav zur verfügung steht :-)

    Dieses Laden von Batterien ist mir sowieso immer noch schleierhaft:


    1. Wenn man für unsere wartungsfreien Batterien spezielle Ladegeräte braucht - warum ist es dann möglich, in manchen Motorrädern sowohl wartungsfreie wie auch konventionelle Batterien zu fahren? (Lima+Regler=mobilladerät)
    2. Warum ist man so zimperlich mit den Ladeströmen (am besten in 24 h laden), wenn man im Fahrbetrieb jede Batterie nach zwei Stunden flotter Fahrt randvoll hat?
    3. An welcher Eigenschaft erkennt mein angeblich hochintelligentes Ladegerät, ob ich eine wartungsfreie oder eine konventionelle Batterie drangehängt habe?


    Gruß, Stefan Bigalke